Die Münchner starten verbessert ins neue Jahr. Zum ersten Saisonsieg reicht es dennoch nicht – weil ein Kölner aufdreht, und weil die Iguanas in zwei entscheidenden Kategorien das Nachsehen haben.
Die Iguanas haben in dieser Saison ein wiederkehrendes Problem: die Anfangsminuten. Egal ob zuhause oder auswärts, egal ob in der Favoriten- oder Außenseiterrolle – in beinahe jedem Spiel hecheln die Münchner einem frühen Rückstand hinterher. So auch beim Jahresauftakt 2026 in Köln. Nach wenigen Minuten stand es 2:9, kurz darauf 8:17 aus Sicht der Iguanas, die eigentlich dringend die bittere Niederlage gegen Bayreuth kurz vor Weihnachten abschütteln wollten.
Immerhin gelingt den Münchnern nach schwachen Starts regelmäßig auch eine direkte Aufholjagd. Gegen die 99ers brachten vor allem Spielertrainer Gabriel Robl und Bastian Kolb das Team bis Viertelende wieder auf 17:19 heran. Sebastian Holzheu hatte zu Beginn die ersten sechs Gästepunkte erzielt. Auf Kölner Seite machte vor allem Ryuga Akaishi den Leguanen das Leben schwer. Der Japaner kam allein im ersten Spielabschnitt auf elf Punkte, perfekte Wurfquote (5/5) inklusive.
99ers setzen sich binnen drei Minuten ab
Im zweiten Viertel gelang dem RBB früh der Ausgleich (21:21), ehe beide Teams über mehrere Minuten Probleme mit dem Scoring hatten. In dieser Phase verpassten es die Münchner, das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Einige Mitteldistanzwürfe, aber auch mehrere vermeintlich einfache Lay-Ups verfehlten ihr Ziel. Die Strafe folge prompt: In den drei Minuten vor der Halbzeit drückten die Kölner aufs Gas und bauten ihre Führung von zwei auf zehn Punkte aus (35:25). Wieder einmal brachte eine kurze Phase der Unkonzentriertheit die Iguanas unnötig ins Hintertreffen.
Nach der Pause hielten die Gastgeber den Abstand erst konstant, und bauten ihn Mitte des Viertel mit konsequenterem Spiel auf 17 Punkte aus. Den Leguanen wurde dabei vor allem die Schwäche am eigenen Brett zum Verhängnis. Insbesondere Köln-Kapitän Bulut Kodal sammelte einen Offensivrebound nach dem anderen und machte so die eigentlich gute Münchner Defensivarbeit zunichte. Außerdem brachten die Iguanas den pfeilschnellen und wendigen Akaishi zu keinem Zeitpunkt wirklich unter Kontrolle. Als Topscorer der Partie kam der Japaner am Ende auf starke 29 Zähler.
Offensivrebounds und Ballverluste machen den Unterschied
Im Schlussabschnitt verkürzten die Leguane den Rückstand nach einem Robl-Dreier noch einmal auf zwölf Punkte. Der Spielertrainer war mit insgesamt 16 Zählern bester Werfer auf Seiten der Gäste. Für eine Minimalchance auf ein spätes Comeback galt es dann, weitere schnelle Abschlüsse außerhalb der Dreierlinie zu riskieren. Von denen fand allerdings keiner sein Ziel, sodass die Kölner einen am Ende nicht mehr gefährdeten Sieg einfuhren.
Die Trefferquote der 99ers lag mit gut 43 Prozent gar nicht bedeutend höher als die der Iguanas (41 Prozent). Allerdings kamen Köln insgesamt auf ganze 15 Abschlüsse mehr – eine Welt im Basketball. Ursächlich waren vor allem zwei Dinge: neun Offensivrebounds mehr, und acht Ballverluste weniger auf Seiten der Gastgeber. Eine Summe mehrere Kleinigkeiten brachte die Iguanas um eine Chance auf den ersten Sieg.
Für die Münchner bietet der Pokal die nächste Gelegenheit, um Selbstvertrauen zu tanken. Im witterungsbedingt verschobenen Viertelfinale empfangen die Iguanas am kommenden Samstag, 24. Januar, 16 Uhr zuhause die Allianz Rollers aus Ulm.
