Wieder kein Sieg: Im Kellerduell mit Zwickau kassieren die Iguanas die nächste Niederlage – weil die Münchner einen Überraschungsmann der Gäste einfach nicht in den Griff bekommen.
Der Druck, der auf den Iguanas lag, war groß. Aber es war nicht die Anfangsnervosität, die die Münchner gegen Zwickau um die Siegchance brachte – anders als zuletzt gelang diesmal der Start in die Partie: keine Ballverluste im Auftaktviertel, dazu ruhige und kontrolliert-strukturierte Aktionen im Angriff, teils sogar mit echt sehenswerten Ballstafetten. Nach den ersten zehn Minuten lagen die Leguane verdient mit 17:14 vorn.
Allerdings hatte sich da bereits angedeutet, welcher Zwickauer den Iguanas an diesem Samstagabend zum Verhängnis werden sollte: Lachlin Dalton machte acht Punkte allein im ersten Viertel – es war nur der Auftakt für einen absoluten Sahnetag des Australiers, der im Laufe der Partie immer heißer lief. Dabei galt im Vorfeld eigentlich Center Maximilian Chagger als gefährlichster Zwickauer.
Dalton spielt phänomenal – aber die Münchner müssen sich Fragen gefallen lassen
Die Münchner bemühten sich zwar sichtlich, Dalton enger zu verteidigen. Aber der Australier bewegte sich clever und vor allem geduldig. Wenn nötig drehte er auch flink einen zweiten, dritten oder vierten Kreisel auf Höhe der Dreierlinie – so lange, bis ihm die Iguanas irgendwann doch genug Platz einräumten für einen sauberen Wurf. Seine Punkteausbeute in den weiteren Vierteln: 9 + 12 + 14. Insgesamt kam er auf sagenhafte 43 Zähler. Dalton versenkte über 60 Prozent seiner Zweipunktwürfe und vier von acht Dreierversuchen. Die Bilanz von der Freiwurflinie: makellos.
Es war eine phänomenale Leistung des 25-Jährigen, der neben starken Würfen vor allem mit beeindruckender fahrerischer Qualität glänzte. Dennoch müssen sich die Iguanas fragen lassen, wie sie sich von einem einzigen Spieler so dominieren lassen konnten. Warum versucht man nicht spätestens in Halbzeit zwei, ihn zur Not zu doppeln und aus dem Spiel zu nehmen? Warum zwang man Zwickau nicht, es über andere Akteure auszuspielen? Wie konnte es sein, dass der Australier trotz bereits massig Punkten auf dem Konto immer wieder recht ungestörte Dreier nehmen konnte? Den Münchnern fehlte Klarheit in der Verteidigung. Sie fanden einfach keine Antwort auf Daltons One-Man-Show.
Iguanas kassieren Zwischenlauf von 10:36 – Haider mit zehn Punkten im Schlussviertel
Hinzu kam, dass den Leguanen ihr eigenes Offensivkonzept abhandenkam. Bis Mitte des zweiten Viertels war es ein ausgeglichenes Spiel (25:25). Die anschließenden eineinhalb Viertel gingen dann allerdings mit 10:36 verloren, zwischenzeitlich scorte Zwickau 13 Punkte in Serie. Zu Beginn des Schlussabschnitts war die Partie praktisch entschieden. Insbesondere Lukas Haider sorgte mit viel Energie und zehn Punkten im Schlussviertel dafür, dass die Niederlage zumindest etwas weniger deutlich ausfiel. Zusammen mit Sepp Wernberger war Haider bester Punktesammler der Iguanas (je zwölf Punkte). Insgesamt lag die Trefferquote des Teams aber bei unter 40 Prozent.
Nach der Schlusssirene beim Stand von 55:74 waren Frust und Enttäuschung bei den Leguanen verständlicherweise groß. Nichts war es mit dem ersten Saisonsieg, mit einem Erfolgserlebnis, mit einem Befreiungsschlag im Tabellenkeller.
Zum vorläufigen Abschluss von mehreren Heimspiel-Wochen hintereinander empfangen die Iguanas am kommenden Samstag zuhause Wiesbaden (14.02.,17 Uhr). Gleich einen Tag später ist die Mannschaft von Hannover United zu Gast an der Säbener Straße (15.02., 15 Uhr).
