Die Münchner halten Wiesbaden über lange Zeit gut in Schach und schnuppern an einem Überraschungserfolg. Am Ende macht eine altbekannte Schwachstelle den Unterschied.
Mit Blick auf das Hinspiel konnte man Schlimmes befürchten: Mit 82:30 hatten die Rhinos ihre Gäste aus München Ende November aus der Halle gefegt. Und dann steckte den Iguanas auch noch die bittere Heimniederlage aus der Vorwoche gegen Zwickau in den Knochen.
Das Heimspiel gegen Wiesbaden zeigte jedoch: Ohne großen Druck und mit strukturiertem Spiel können die Münchner selbst gegen die besten Teams der Liga mithalten – wenigstens phasenweise. Eine solche Phase gab es gleich zu Beginn des Spiels: Kapitän Gabriel Robl und Basti Kolb im Aufbau orchestrierten das Offensivspiel und fanden entweder geschickt ihre Mitspieler oder schlossen selbst ab.
Iguanas gehen mit 17:12 in Führung – ein Dreipunktwurf sorgt für Raunen in der Halle
Die Wiesbadener setzten Wurf um Wurf daneben und nahmen entnervt die erste Auszeit. In deren Folge gelang aber wiederum den Iguanas ein 9:0-Lauf, die plötzlich mit 17:12 führten. Bei diesem Spielstand ließ Robl einen weiteren Dreier fliegen, der Ball schaute schon halb in den Korb – sprang aber im letzten Moment doch wieder raus. Ein tiefes Raunen ging durch die Halle an der Säbener Straße. In dieser Phase verpassten es die Münchner, sich weiter abzusetzen. Besonders bitter: Noch im ersten Viertel sammelte Kolb sein drittes Foul und musste für eine ganze Weile auf die Bank. So verkürzten die Rhinos bis zum Ende des Spielabschnitts wieder auf 17:16.
Auch im zweiten Viertel hielten die Iguanas lange gut mit. In den Minuten vor der Halbzeit gelang den Gästen dann allerdings ein Zwischenspurt, sodass die Münchner mit einem Fünf-Punkte-Rückstand in die Pause gingen (31:36).
Ballverluste als entscheidendes Münchner Problem
Aus Leguan-Sicht bedauerlich: Der Trend setzte sich auch nach Wiederanpfiff fort. Da sich die Rhinos ihr Scoring recht gleichmäßig aufteilten, war es kaum möglich, sich defensiv auf einen bestimmten Spieler zu konzentrieren. Am Ende war Majtaba Kamali mit 19 Punkten Topscorer der Partie. Allerdings sammelten ganze sechs Wiesbadener mindestens acht Zähler. Auf Seiten der Münchner war Gabriel Robl mit 17 Punkten bester Werfer.
Der 42:57-Rückstand vor dem Schlussviertel war zu groß, um noch einmal in Schlagdistanz zu kommen. Dabei wäre an diesem Samstag mit etwas mehr Glück und Ruhe am Ball eine Überraschung möglich gewesen. Die Wurfquoten beider Teams waren nahezu identisch – allerdings nahmen die Rhinos ganze 14 Würfe mehr. Weil bei den Iguanas ein altbekanntes Problem auftrat: Ballverluste. Ganze 19 Stück (viele noch in der eigenen Spielhälfte) ermöglichten den Rhinos immer wieder leichte Körbe. Trotzdem erkämpfen sich die Münchner mit 52:71 ein achtbares Ergebnis gegen ein Top-Vier-Team der Liga.
Nur einen Tag nach dem Wiesbaden-Spiel wartete gleich die nächste Herausforderung: Auch gegen ein hochfavorisiertes Team aus Hannover zeigten die Leguane eine respektable Leistung. Nach einer Reihe von Heimspielen steht für die Iguanas nun erstmal wieder eine Auswärtsfahrt an. Am kommenden Samstag geht es zum Gastspiel zu den Dolphins nach Trier (21.02.,18 Uhr).
