What a weekend

Die Pokalsaison der Iguanas ist am Samstag zu Ende gegangen. Im Halbfinale des Final Fours in der eigenen Halle waren die Thuringia Bulls zu stark. Nach einem äußerst schwachen Start boten die Leguane den Fans zum Saisonausklang nochmal eine gute Show, mussten sich am Ende aber mit 35 Punkten Abstand geschlagen geben. Ein Happy End gab es in gewisser Weise dennoch.

Actionarmer Beginn

Es dauerte einige Zeit, bis die beiden Mannschaften in das Halbfinale fanden. Hatten die Fans im Iguana Dome im ersten Spiel einen furiosen Schlagabtausch zwischen Trier und Lahn-Dill geboten bekommen, mussten sie nun zunächst Körbe fasten. Die Teams machten sich das Leben nicht leicht, die Bulls fanden nach einigen Minuten jedoch zunehmend Wege, sich gegen die Iguanas Defense durchzusetzen. So zogen sie zum Ende des ersten Spielabschnitts davon und gingen mit einer 22:7 Führung in die kurze Pause.

Robl rockt

Die Bulls zeigten nun ihre ganze Klasse und ließen bis zum Ende des Spiels nicht mehr nach. Trotzdem kam der RBB nun auch besser zu seinem Spiel und konnte offensiv effektiver abschließen. Einfache Würfe waren weiterhin Mangelware, doch Gabriel Robl, der von der Bank kam, ließ sich von der Thüringer Defense nicht beeindrucken. Die Münchner Nummer Sechs präsentiert sich den Fans zum Saisonausklang nochmal in Topform. Mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit verwandelte er seine Würfe, egal aus welcher Position. Am Ende wurde er zusammen mit Kim Robins Topscorer der Münchner.

Wunder bleibt aus

Wachgeküsst von der Leistung ihres Kameraden zeigten alle Leguane eine ansprechende Leistung, konnten den enormen Vorsprung der Gäste trotzdem nicht mehr zum Schmelzen bringen. Die Bulls erlaubten sich über die gesamten 40 Minuten keine einzige Schwächephase. Dennoch gaben die Leguane bis zur letzten Sekunde alles, spielten unbeschwert auf und zeigten nochmal, was in ihnen steckt.

Schönster Moment des Wochenendes

Der kam fünf Minuten vor Ende des Spiels. Trainer Benni Ryklin hatte zuvor schon fleißig rotiert und schickte nun auch die Nummer 99 auf das Parkett. Erstmals in seiner Karriere sammelte Urs Rechtsteiner Einsatzzeit im Iguana Trikot. Der 19-jährige Neuzugang aus dem vergangenen Sommer hatte die gesamte Saison verletzungsbedingt verpasst und erlebte nun doch noch den lang ersehnten Moment. Als wäre dieses Drehbuch nicht schon kitschig genug gewesen, gelang dem Debütanten auch noch sein erster Korb als Leguan, der gleichzeitig auch der letzte Korb des Spiels war. Auf Zuspiel von Kim Robins schloss er den Münchner Fastbreak per Korbleger ab. Grund genug für die Bank und Fans nochmal so richtig zu eskalieren. Das Spiel endete 60:95

Statistiken

RBB: Kim Robins 19 Punkte, Gabriel Robl 19 Punkte, Sebastian Magenheim 10 Punkte, Florian Mach 8 Punkte, Laura Fürst 2 Punkte, Urs Rechtsteiner 2 Punkte, Josef Wernberger, Basti Kolb.

Bulls: Aliaksandr Halouski 35 Punkte, Jacob Williams 18 Punkte, Vahid Gholamazad 14 Punkte, Jens Albrecht 13 Punkte, Andre Bienek 7 Punkte, Teemu Partanen 6 Punkte, Karlis Podnieks 2 Punkte, Jitske Visser.

Stimmen

Urs Rechtsteiner: „Mit einem besseren Start wäre mehr drin gewesen, aber wir hätten einfach einen perfekten Tag gebraucht. Ich wollte so viel wie möglich richtig machen und mich gut präsentieren. Es war ein gelungener Einstieg und ich bin froh, dass ich den Korb am Ende reingemacht habe.“

Gabriel Robl: „Wir hatten am Anfang offensiv einfach keine Ordnung, in der Defense ging es ja eigentlich ganz gut los. Dass die Bulls dann irgendwann anfangen zu treffen, kann man nie vermeiden und wir haben es halt nicht auf die Reihe gebracht mitzuziehen.“

Coach Ryklin: „Die ersten Angriffe waren eigentlich gut, der Ball ist nur nicht gefallen. Dann hatten wir auch noch genau die Turnover, die wir eigentlich nicht haben wollten. Gegen Thüringen dann hinterher zu laufen ist natürlich immer schwer. Unsere Ziele haben wir diese Saison erreicht und da wir uns basketballerisch gut entwickelt haben, gerade hinten raus, können wir auch stolz darauf sein. Jetzt wollen wir aber noch einen Monat Gas geben, um die Euro Cup Quali zu schaffen, das wäre der nächste Schritt für unseren Verein. Wie das ganze Final Four gelaufen ist und veranstaltet wurde vom Verein, muss sich sagen, dass ich sehr stolz und gerührt bin.“

Gigantentreffen im Finale

Einziger Vorteil der Niederlage der Leguane war, dass die Spieler das anschließende Fanfest umso mehr genießen konnten und sich am Sonntag gemütlich das Finale anschauen konnten. Dort trafen die Bulls auf ihren größten Widersacher, Rekordmeister und Pokalsieger sowie Titelverteidiger, den RSV Lahn-Dill. Die Hessen hatten sich in einem hochklassigen Halbfinale, nach extrem spannender Schlussphase, mit 79:74 gegen die Doneck Dolphins Trier durchgesetzt.

Auch das Finale entwickelte sich zu einem hochklassigen und überaus engen Spiel, das einen würdigen Abschluss für das großartige Wochenende im Iguana Dome bildete. In der ersten Halbzeit konnten sich die Bulls etwas absetzen, ehe Lahn-Dill zurückschlug und sich mit einem riesen Run wieder in Front schob, es allerdings verpasste für die Vorentscheidung zu sorgen. Mit ihrem letzten Angriff drehten die Thüringer so die Partie und gewannen letztendlich mit 72:71. Es war ein wahres Spektakel, das die beiden besten deutschen Mannschaften im Finale boten.

Saison noch nicht vorbei

Ganz war es das noch nicht mit Rollstuhlbasketball vor der Sommerpause. Ende April steht noch ein Qualifikationsturnier für die kommende Euro Cup Saison an. Dazu reisen die Iguanas nach Frankreich zum Ausrichter Handibasket Le Puy en Valsey. Mannschaften aus mehreren europäischen Ländern werden mit den Iguanas um den Einzug in den internationalen Wettbewerb kämpfen.